Volleyball: Mission erfüllt – Klassenerhalt!
SG 06 schlägt den Tabellenführer und löst das Oberliga-Ticket 2026/27
Um Punkt 21.49 Uhr am Samstagabend löste sich jegliche Anspannung. Pia Walkenhorst ballte die Fäuste, reckte den Arm nach vorne und eilte auf ihre Jungs zu, um den Erfolg hüpfend im Kreis zu feiern. Kein gewöhnlicher Sieg, sondern die Erlösung nach einer komplizierten, weil anfangs in der Punkteausbeute überschaubaren Saison. „Die Jungs hätten sicherlich Druck, ich aber nicht“, lächelte die Trainerin. „Denn ich war mir sicher, dass wir das packen.“ Und wie: Mit dem 3:1 gegen Blau-Weiß Aasee stürzten die Volleyballer zum wiederholten Mal einen Tabellenführer, machten damit den eigenen Klassenerhalt perfekt – Mission erfüllt!

Einer von zahlreichen Punkten, die Phillip Nolte (rechts) für sein Team einfährt – am Ende standen für die SG Coesfeld 06 ein 3:1-Sieg gegen Blau-Weiß Aasee und der Klassenerhalt.
Ein bisschen kribbelig gestaltete sich der Abend vor der prima gefüllten Tribüne. Denn mit den Ergebnissen der Konkurrenz, die allesamt schon vorher auf der Platte standen, war klar: Ein Sieg muss her, um einem Abstiegs-Endspiel in zwei Wochen beim 1. VC Minden aus dem Weg zu gehen. „Mittlerweile kann die Mannschaft damit aber viel besser umgehen“, sah Pia Walkenhorst neben der spielerischen Entwicklung einen bedeutenden Fortschritt. Den Mund habe sie sich fusselig geredet in den vergangenen Monaten, aber die Mühen haben sich gelohnt.
„Volleyball spielt sich auch ganz viel im Kopf ab“, weiß die Ex-Bundesligaspielerin aus Erfahrung. „Wenn du da stabil bist und an dich glaubst, dann läuft das.“ So oft waren die Coesfelder in der Crunchtime in sich zusammengebrochen. Und jetzt? Das genaue Gegenteil! Denn immer wenn es eng wurde in dieser Partie, waren sie da. Wie im ersten Satz, als die SG 06 einen anfänglichen Rückstand ausglich, durch starke Aufschläge von Philipp Heuer-mann von 20:20 auf 23:20 wegzog und sich mit 25:22 die Führung holte. „So etwas wie Satz zwei kann passieren“, sah die Trainerin anschließend einen ebenso schnellen wie klaren Rückstand über 0:4 und 5:10 bis 8:17. „Wichtig war dann nur, sich noch einmal heranzukämpfen und wieder ein gutes Gefühl mitzunehmen.“ Das gelang trotz des 17:25.
Denn im dritten Durchgang zeigten sich die Coesfelder wieder höchst präsent. Von 8:8 zogen sie auf 15:10 weg, ließen sich beim 19:17 nicht verunsichern und brachten mit 25:20 das 2:1 ins Ziel. Ein Satz musste noch her für den sicheren Klassenerhalt, und den ließen sie folgen mit hoher Intensität und weniger leichten Fehlern als der Gegner. Selbst als die 18:12-Führung zusammenschmolz und Aasee zum 20:20 und 23:2 ausglich, blieben die Köpfe oben. Mal wieder Philip Nolte vollendete mit einem Block den ersten Matchball zum 25:23 und 3:1.
Der Rest ging im Jubel unter. „Der Klassenerhalt war eine Muss-Aufgabe“, setzte Pia Walkenhorst zufrieden den Haken. Muss, aber gewiss nicht selbstverständlich nach lediglich acht Punkten am Ende der Hinserie. „Ich sehe bei den Jungs eine tolle Entwicklung“, lächelte die Trainerin. „Und was fast noch wichtiger ist: Sie bei sich auch.“
SG Coesfeld 06 – SV Blau-Weiß Aasee 3:1 (25:22, 17:29; 25:20,25:23).
Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Frank Wittenberg


