19.10.2026

Osterwick knöpft SG Coesfeld II alle drei Zähler ab
Erst im Rückstand, dann im Rausch

Ein noch goldeneres Händchen hätte Carsten Schlamann kaum beweisen können. Der Trainer von Westfalia Osterwick wechselte beim Stand von 2:1 gegen die SG Coesfeld II erst Timo Fedders in der 77. Minute ein und brachte kurz darauf noch Maik Baumeister in die Partie (86.). Die beiden Joker entschieden daraufhin das Spiel. Bei einem Angriff über die linke Seite kam Fedders an das Spielgerät und chippte es an die Latte. Danach stand Baumeister parat und besorgte den Treffer zum 3:1 (0:1)-Endstand mit seinem ersten Kontakt. „Das war gut vom Trainer gewechselt“, erklärte Schlamann mit einem La-chen. „Für Maik hat es mich sehr gefreut. Er war angeschlagen und wollte eigentlich aussetzen. Als er dann gehört hat, dass wir elf, zwölf Ausfälle haben, ist er doch noch mitgefahren. Das ist total schön und zeigt den Charakter der Mannschaft.“

Der Youngster und der Routinier: Westfalia-Frühsenior Leon Wies (vorne r.) setzt sich im Zweikampf gegen den Coesfelder Kapitän Patrick Tumbrink durch. Sebastian Popinski (hinten) verfolgt das Generationenduell.

Auch auf dem Platz zeigten die Osterwicker Moral. Liefen sie nach rund 20 Minuten doch bereits einem Rückstand hinterher. Nachdem Westfalias Sebastian Popinski zunächst nur den Pfosten getroffen und auch Mika Rotthäuser und Leon Eggemann gute Chancen ausgelassen hatten, jubelte nämlich zunächst die SG. Eine Coesfelder Hereingabe bekamen die Gäste nicht geklärt. Florian Weber schnappte sich die Murmel und beförderte sie aus dem Rückraum in den Kasten (21.). „Wir sind gut reingekommen und haben Osterwick vor Probleme gestellt. Zu Teilen waren wir ebenbürtig. Letztlich war es aber eine verdiente Niederlage gegen einen guten Gegner. Die individuelle Qualität von Osterwick hat sich durchgesetzt“, erklärte SG-Coach Morten Herbstmann nach dem Spiel.

Nach dem Seitenwechsel leiteten die favorisierten Gäste dann die Wende ein. Hendrik Heßing übergab das Spielgerät an Rotthäuser, der wiederum den hereinsprintenden Eggemann fand. Dieser vollendete zum 1:1 (57.). Ein Sonderlob verteilte Schlamann an Nachwuchsakteur Leon Wies. Schon am Samstag stand der Kicker über 90 Minuten mit der U 19 auf dem Platz. Einen Tag später riss er für die Erste erneut 90 Minuten ab und marschierte in der Schlussminute unter großem Applaus vom Platz.

Zuvor hatte Heßing seine Farben mit einem weiteren überragenden Pass auf die Siegerstraße gebracht. Erneut fand er Rotthäuser, der im Eins-gegen-eins mit SG-Schnapper Jannik Fleige die Ruhe behielt und die Partie mit seinem Treffer zum 2:1 auf den Kopf stellte (59.). „Mit der zweiten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. Wir hätten durchaus auch noch mehr Tore schießen können und haben es dann sicher nach Hause gebracht“, sagte der Coach.

Mit ihrem sechsten Saisonerfolg sprang die Westfalia auf den vierten Platz, hat aber weiterhin zwölf Punkte Rückstand auf den Klassenbesten SG Coesfeld. Die Coesfelder Reserve musste hingegen einen Platz einbüßen und ist nun als Sechster in der Tabelle hinter der Westfalia zu finden.

Tore: 1:0 Weber (21.), I:1 Eggemann (57.), 1:2 Rotthäuser (59.), 1:3 Baumeister (87.)

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Luca Adolph
Foto: Steffi Hinkenbrandt