Volleyball: SG 06 verpasst beim 0:3 in Essen den Befreiungsschlag im Abstiegskampf
Rückschlag am Aschersamstag
Nach nicht einmal 90 Minuten war der Stimmungskiller mitten in den närrischen Tagen besiegelt. Nichts mit Frohsinn, eher das Gefühl eines Aschersamstags. „Wirklich schade, weil wir uns heute echt aus dem Abstiegskampf hätten befreien können“, bedauerte Pia Walkenhorst. Daraus wurde aber nichts, weil das Gastspiel ihrer Volleyballer der SG Coesfeld 06 bei VV Humann Essen V glatt mit 0:3 verloren ging. Den Sprung ins Mittelfeld der Oberliga haben sie damit vorerst verpasst – das Zittern geht auch in der Fastenzeit weiter.
Wobei die Trainerin daraus wie immer kein Drama machen wollte, sondern viel lieber den Blick mit Verständnis auf die komplizierten Umstände richtete. „Personell war es leider sehr dünn“, verwies Pia Walkenhorst auf die Ausfälle unter anderem von Fabian Röttgering, Timo Plate und Philipp Nolte. Und das nach einer überschaubaren Trainingswoche. „Am Mittwoch hatte ich exakt zwei Spieler aus meinem Kader dabei“, zuckte sie mit den Schultern. Ole Stemmann und Yannick Gröning durften sich an einer intensiv-individuellen Einheit erfreuen.

Da kann sich Kamil Popinski (links) noch so strecken: Bei VV Humann Essen V kassierten die SG-Volleyballer eine glatte 0:3-Niederlage.
Eben dieser Yannick Gröning rückte am Samstag auf die Liberoposition, damit die Trainerin mit Jonas Menzel eine weitere Alternative für die Außenposition in der Hinterhand hatte. „Grundsätzlich waren wir die deutlich bessere Mannschaft“, sah Pia Walkenhorst trotz der Niederlage viele gute Ansätze. Bei denen blieb es allerdings zu häufig, weil ihr Personal in der Ausführung meist zu hektisch agierte.
„Leider waren wir wie so oft bei den einfachen Dingen nicht konsequent genug.“ So gerieten die Coesfelder im ersten Durchgang schnell mit 4:10 in Rückstand und liefen auch in der Folge hinterher. Ein bisschen Kosmetik gelang noch, aber nach 23 Minuten hatte Essen mit 25:21 das 1:0 für sich verbucht. Satz zwei und drei gerieten dann zu einem Spiegelbild für viele Auftritte der SG 06 in dieser Saison. Denn beide Male nahmen sie das Heft in die Hand, drehten einen anfänglichen Rückstand, lagen mit 18:15 und 21:19 (Satz zwei) beziehungsweise 20:18 und 23:21 (Satz drei) vorne – doch erneut gelang es nicht, den Sack zu schließen. „Ich kann mir einfach keinen Reim darauf machen, warum das immer wieder passiert“, musste Walkenhorst in ihrer Analyse passen. „Wir spielen eine unglückliche Aktion, und dann fühlt es sich bei den Jungs so an, als ob wir 0:20 hinten liegen.“
Tatsächlich drehte Humann den Spieß im zweiten Durchgang zum 25:23 und hatte auch in Satz drei das bessere Ende für sich – zwar wehrte die SG 06 noch Matchbälle ab, musste sich dann aber mit 28:30 und 0:3 geschlagen geben. Statt ein dickes Polster zu legen, sind die Essener im unteren Tabellendrittel nun nach Punkten gleichgezogen. Zu lange wollte sich Pia Walkenhorst aber nicht grämen. „Krone richten und wieder angreifen“, nahm sie noch einmal Bezug auf die närrischen Tage. Denn in der Fastenzeit will ihr Team üppig zuschlagen, am besten schon im Heimspiel am kommenden Samstag (21.2.) um 20 Uhr gegen das Kellerkind Hammer SC.
VV Humann Essen V – SG Coesfeld 06 3:0 (25:21, 25:23, 30:28).
Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld

