Volleyball: SG 06 schießt Tabellenführer VV Humann Essen IV in nur 65 Minuten vom Feld
Ebenso flott wie überraschend
Die eigentliche Überraschung des Abends fasste Philipp Heuermann in einem Satz zusammen: „Pia war phasenweise zufrieden.“ Aber was wollte die engagierte Trainerin der SG-Volleyballer auch groß kritisieren? Nichts, denn Pia Walkenhorst sah gestern tatsächlich zu 100 Prozent umgesetzt, was sie von ihrem Personal gefordert hatte: „Kopf aus, Punktestand ausblenden, einfach spielen.“ Und Spaß haben. Projekt gelungen – Endstand: SG Coesfeld 06 drei, VV Humann Essen IV null.

Da muss er hin: Ole Koch (Mitte) platziert den Ball durch den Essener Block hindurch ins Feld – der nächste Punkt für die überzeugende SG 06.
Um beim Thema Überraschung zu bleiben: Dass bereits nach schlanken 65 Minuten der Matchball angesagt war, dürfte angesichts der gewaltigen Aufgabe gegen den Tabellenführer die meisten Zuschauer nicht verwundert haben. Dass dieser Matchball aber nicht für die hochfavorisierten Gäste aus Essen auf dem Tableau stand, sondern für die SG 06, sorgte dann doch für ungläubiges Staunen. Wobei Pia Walkenhorst sich schlicht bestätigt sah. „Ich weiß ja, was die Mannschaft kann“, stellte sie fest. „Heute hat sie es umgesetzt.“ Und zwar von Beginn an, denn gegen einen offenbar nicht in Bestbesetzung angetretenen Gegner dominierten die Coesfelder nach Belieben. Der Block stand immer wieder, hier und da half das verdiente Glück mit Netzrollern mit, aber vor allem schmetterten Youngster Kamil Popinski und Routinier Philipp Heuermann dem VV Humann die Kugel nur so um die Ohren. „Dazu hat Fabi die Bälle mutig und gut verteilt“, richtete die Trainerin ein Lob an Stellspieler Fabian Röttgering.
Über 7:4 und 21:15 holten sich die Gastgeber Satz eins mit 25:19. Der zweite Durchgang geriet sogar zu einer Demontage, denn vom 6:6 zog die SG 06 über 15:8 und 19:9 weg, erhöhte mit 25:11 auf 2:0. Satz drei verlief bis zum 15:14 ausgeglichen, ehe eine Aufschlagserie von Timo Plate die Weichen endgültig auf Sieg stellte. Ein Block von Philipp Heuermann und Ole Koch bescherte gleich beim ersten Matchball das 25:16 und damit den 3:0-Endstand.
Was für ein Auftritt! „Wir hatten Spaß“, grinste Kamil Popinski. Die Trainerin ebenfalls, die in der ganzen Partie keine einzige Auszeit zog und im Kampf um den Klassenerhalt drei nicht wirklich eingeplante Punkte verbuchen durfte. „Dieses gute Gefühl, diese Freude müssen wir mitnehmen“, forderte sie. Nächsten Sonntag ins Spiel bei Telekom Post SV Bielefeld II, damit Pia Walkenhorst wieder phasenweise zufrieden ist.
SG Coesfeld 06 – VV Humann Essen IV 3:0 (25:19, 25:11,25:16).
Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld


