So bleibt man beim Sport am Ball
Gute Vorsätze besser umgesetzt: Trainierin gibt Tipps

Ach, jedes Jahr das Gleiche: Endlich mehr sport, mehr Bewegung. Turnschuhe gekauft, Trainingsplan im Kopf – und doch bleibt es häufig beim guten Vorsatz. Auch im Kreis Coesteld kennen viele dieses Szenario. Warum Durchhalten weniger mit Disziplin als mit realistischen Zielen zu tun hat, weiß Katja Eysing, Trainerin bei der SG Coesfeld 06.

„Als Erstes sollte man sich nicht überschätzen“, sagt Sportcoach Katja Eysing. Zu hoch gesteckte Ziele seien einer der häufigsten Gründe, warum Menschen ihre sportlichen Vorhaben schnell wieder aufgeben. „Das Ziel sollte nicht lauten, fünfmal die Woche Sport zu treiben. Viel wichtiger ist, dass das Training in den eigenen persönlichen Alltag passt.“

Klare Ziele, ein realistisches Zeitmanagement, möglichst wenig Stress und ein motivierendes Trainingsumfeld – das sind weitere Punkte, die Eysing im Gespräch mit unserer Zeitung nennt. Besonders entscheidend sei dabei der Wohlfühlfaktor. Der ist das Wichtigste“, betont die Trainerin. Dazu gehöre ein Trainer, der motiviere und anleite, aber ebenso eine Gruppe, in der man gemeinsam sportlich aktiv ist. „Nur wenige Menschen schaffen es auf Dauer, ganz allein dranzubleiben“, sagt Eysing. Eine Gruppe biete nicht nur soziale Kontakte, sondern erhöhe auch die Verbindlichkeit. „Die Gemeinschaft bleibt aktiv und zieht einen mit.“ Ideal sei es, zu Beginn jemanden mitzubringen und gemeinsam zu starten.

Nicht weniger wichtig ist aus ihrer Sicht die Wahl der passenden Sportart. ,Sie muss Spaß machen, sonst bricht man schnell wieder ab“, sagt Eysing. „Wenn mir Fußball nicht liegt, fange ich damit besser gar nicht erst an.“ Wer noch unsicher ist, welche Sportart zu ihm passt, sollte ausprobieren. „Bei den meisten Angeboten besteht die Möglichkeit, beim ersten Mal unverbindlich teilzunehmen, um herauszufinden, ob das etwas für einen ist.“

Ein weiterer Tipp der Trainerin: Routine als Ziel. Sport sollte möglichst zu festen Zeiten an festen Tagen stattfinden. „Das funktioniert nicht von heute auf morgen“, räumt Eysing ein. „Aber nach einer gewissen Zeit verfestigt sich das – und die Trainingszeit wird zur Gewohnheit.“

Wird diese Routine dann unterbrochen, merken viele schnell, dass etwas fehlt. „Und wenn es nur 20 Minuten sind – genau die fehlen dann“, sagt Eysing. Die Folgen seien spürbar: Man fühle sich weniger fit, weniger beweglich, Verspannungen lösten sich nicht mehr so leicht.

Nicht zuletzt rät die Trainerin dazu, die langfristigen positiven Effekte im Blick zu behalten. Regelmäßiger Sport stärkt das Herz-Kreislauf-System, macht insgesamt widerstandsfähiger gegen Krankheiten und verbessert das körperliche Wohlbefinden. Auch die Psyche profitiert: Das mentale Befinden stabilisiert sich, depressive Verstimmungen können durch Bewegung aufgehellt werden.

„Als Erstes sollte man sich nicht überschätzen“: Katja Eysing, Trainerin bei der SG Coesfeld 06, gibt Tipps, wie der Sport-Vorsatz besser gelingen kann.

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Viola ter Horst