Volleyball: SG Coesfeld 06 verliert beim TuS Willebadessen glatt mit 0:3
Eiskalte Dusche im Winterschlaf

Sprachlos fühlt sich Pia Walkenhorst nicht oft, diesmal aber musste sie um Worte ringen. „Weil das einfach nicht gut war“, schüttelte sie enttäuscht den Kopf. Groß waren die Hoffnungen auf der langen Anreise nach Willebadessen bei winterlichen Verhältnissen, wie eine eiskalte Dusche wirkte dann der Auftritt ihrer Volleyballer der SG Coesfeld 06. „Wir sind nie wirklich ins Spiel gekommen.“ Drei Punkte lauteten das Ziel im Abstiegskampf der Oberliga, auf exakt null belief sich die Ausbeute bei der glatten 0:3-Niederlage.

Dabei erlebte die Trainerin ein Spiegelbild der Partie in der Hinrunde, als die SG gegen den TuS Willebadessen ebenfalls mit 0:3 verloren hatte. Damals wie diesmal besaßen die Coesfelder in allen Sätzen ihre Möglichkeiten, das Ding für sich zu entscheiden. „Das macht es ja noch ärgerlicher“, stellte Pia Walkenhorst fest. „Aber es fühlte sich an, als wären wir noch im Winterschlaf.“

Vergeblich gestreckt: Ole Koch (rechts) und Fabian Röttgering gingen mit den SG-Volleyballern beim TuS Willebadessen leer aus.

Sicherlich trugen die Umstände ihren Teil bei. Die lange Fahrt über 190 Kilometer in den Kreis Höxter schien Kopf und Beine träge zu machen. „Dazu war es eine sehr niedrige Halle“, berichtete die Trainerin. Einige Bälle, die normalerweise problemlos den Weg gefunden hätten, prallten an die Decke und bescherten dem Gegner Punkte. Ausreden sollten das aber nicht sein, betonte sie: „Wir selbst sind einfach nicht richtig wach geworden.“

So lagen die Coesfelder im ersten Satz mit 7:11 und 11:14 hinten, drehten den Spieß dann aber um und zogen ihrerseits mit 17:15 in Führung – doch den Vorsprung brachten sie nicht ins Ziel, denn die entscheidenden Punkte gingen an die Gastgeber, die den ersten Satzball zum 25:22 nutzten. Zum Knackpunkt entwickelte sich der zweite Durchgang, in dem die SG 06 nach ausgeglichenem Beginn plötzlich scheinbar aussichtslos mit 15:23 in Rückstand geriet. Doch acht Punkte in Folge bescherten den 23:23-Ausgleich. „Aber dann schaffen wir es wieder einmal nicht, uns zu belohnen“, bedauerte Pia Walkenhorst. Der routinierte Gegner aus Willebadessen machte die nächsten beiden Zähler und zog mit dem 25:23 schon auf 2:0 weg. Richtig bitter diese verpasste Chance, ärgerte sich die Trainerin: „Wenn wir diesen Satz nach dem Rückstand noch gewonnen hätten, bin ich mir sicher, dass das Spiel mit 3:1 für uns ausgegangen wäre.“

Ging es aber nicht, im Gegenteil, denn auch im dritten Durchgang gelang es ihrem Personal nicht, eine zwischenzeitliche Führung von 16:13 ins Ziel zu bringen. Zwar bewiesen die Coesfelder Moral, wehrten drei Matchbälle ab, mussten sich letztlich aber nach nur 80 Minuten mit 24:26 und 0:3 geschlagen geben. Das sorgte für Frust bei der Trainerin. „Ich weiß ja, dass die Jungs es können, aber diesmal habe ich keinen Zugriff auf sie bekommen“, stellte Pia Walkenhorst fest. Dass es nun am kommenden Sonntag (18. 1.) um 17 Uhr in eigener Halle gegen Tabellenführer VV Humann Essen IV geht, kommt erschwerend hinzu – „aber vielleicht hilft ja, dass wir dann nichts zu verlieren haben.“

TuS Willebadessen – SG Coesfeld 06 3:0 (25:22, 25:23, 26:24).

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld