SG-Tischkickerspieler Julius Hartmann kürt sich zum Weltmeister im französischen Evry

 Ein WM-Pokal für die Trophäen-Galerie

Präsentieren stolz ihre Siegerpokale: Der Coesfelder Tischkickerspieler Julius Hartmann (links) hat sich mit Doppelpartner Fabian Honekamp den Weltmeister-Titel am Bonzini Kickertisch gesichert.

Dieser Titel fehlte ihm noch in seiner Sammlung. Trotz seines jungen Alters kann sich die Trophäen-Galerie von Julius Hartmann bereits mehr als sehen lassen. Auf nationaler Ebene hat der Tischkicker-Spieler der SG Coesfeld 06 bereits alle möglichen Siegerpokale in die Luft stemmen dürfen, ist zudem amtierender Deutscher Meister im Einzel und Doppel auf allen deutschen Tischen in seiner Altersklasse. Nun hat der 15-Jährige auch auf internationaler Ebene für Furore gesorgt. Gemeinsam mit Doppelpartner Fabian Honekamp aus Stralsund hat sich Julius Hartmann den Weltmeistertitel am Bonzini Kickertisch gesichert.

Ein überragendes Gefühl, wie der Jugendliche verrät. „Sich Weltmeister nennen zu dürfen, das ist schon etwas sehr Besonderes“, lächelt er verschmitzt. Dabei ist der Coup, der ihm im französischem Evry ganz in der Nähe von Paris gelungen ist, gar nicht sein erster WM-Streich. „In Saarbrücken habe ich im Einzel auf dem Leonhard Tisch gewonnen“ berichtet Hartmann. Auf diesem fühlt sich der Coesfelder ohnehin am wohlsten. „Das sind die Tische, auf denen wir auch in unserem Vereinsheim spielen“, verrät Hartmann. Zur Erklärung: Grundsätzlich erlaubt der internationalen Tischkickerverband fünf Tischkicker-Typen. Neben den deutschen Firmen Leonhard und Ullrich sind die französische Firma Bonzini, die amerikanische Firma Tornado sowie die italienische Firma Garlando offiziell anerkannt.

Im Vereinsheim der Tischkicker der SG Coesfeld 06 bereitet sich Julius Hartmann (3. v.l.) bereits auf die nächste Weltmeisterschaft im Sommer vor. Unterstützung erhält er von seinen Tischkicker-Kameraden.

Bei der Weltmeisterschaft in Evry ging es für den SG’ler auf den ungewohnten Bonzini Tisch. „Das erste Mal“, verrät er. Mit den besonderen Gegebenheiten – zum Beispiel ein größerer Abstand zwischen den Verteidigern sowie Füße aus Eisen bei den Spieler-Figuren – kamen er und Partner Honekamp jedoch schnell sehr gut zurecht. „Wir haben uns vorher einen Platz auf dem Treppchen ausgerechnet“, berichtet Hartmann. „Dass wir dann so erfolgreich sein werden, damit haben wir nicht gerechnet.“ Tatsächlich ließ das deutsche Duo sämtliche der knapp 120 Turnier-Teilnehmer hinter sich. Auch im Finalspiel folgte eine Machtdemonstration: Nach einem deutlichen 5:1 im ersten Satz machten Hartmann und Honekamp mit einem reibungslosen 5:0 in Satz zwei ihren WM-Titel perfekt.

Es ist der bisherige Höhepunkt einer Reise, die vor fünf Jahren begann. „Über einen Freund meines Vaters habe ich damals zum ersten Mal das Vereinsheim besucht. Dort habe ich einfach mal mitgespielt“, erzählt der 15-Jährige begeistert von dem Beginn seiner Tischkicker-Leidenschaft. Seither hat er seine Fähigkeiten stetig verbessert. „Am wichtigsten sind die Reflexe, dazu kommt es natürlich auf die Technik an“, beschreibt der Jugendliche seinen Schlüssel zum Erfolg. Daran arbeitet er immer freitags beim Training, außerdem spiele er am Wochenende so viele Turniere wie möglich.

Immerhin hat Julius Hartmann noch Großes vor. Schon im Sommer 2025 wartet ein ganz besonderes Highlight. Ebenso wie Vereinskollege Herbert Bölt hat er sich in vier Kategorien für die „große WM“ im spanischen Saragossa qualifiziert, die in sich alle fünf Tisch-Typen miteinander vereint. „Natürlich möchte ich auch hier eine gute Rolle spielen“, rechnet er sich durchaus eine Top-Drei-Platzierung aus. Besonders gute Chancen sieht er im Mixed-Doppel, welches er gemeinsam mit einer Spielerin aus Telgte angehen wird. „Wer weiß, was da so geht“, ist Hartmann angriffslustig. Womöglich wächst seine Trophäensammlung nach den Sommerferien noch um einen weiteren WM-Pokal an.

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Leon Eggemann