28.07.2026

Fußball: Beide Gastgeber treffen im Halbfinale des COE-Cups aufeinander
SG 06 will DJK-Dominanz brechen

Die Statistik spielt ihnen nicht unbedingt in die Karten, sondern eher ein böses Omen. Seit der COE-Cup-Premiere im Jahr 2021 trafen die beiden Gastgeber SG Coesfeld 06 und DJK Coesfeld viermal in der Endrunde ihres gemeinsamen Vorbereitungsturniers aufeinander – immer mit dem besseren Ende für die Blau-Weißen. 2022 und 2025 zogen die DJK’ler dank zweier Siege (2:0, 4:1) gegen den Ortsrivalen ins Finale ein. In den Jahren 2023 und 2024 hatte die SG 06 in den Spielen um Platz drei ebenfalls das Nachsehen (2:3, 1:5). Bei der diesjährigen Auflage kämpfen die beiden Coesfelder Teams erneut, um die COE-Cup-Vorherrschaft in der Kreisstadt. SG 06 und DJK duellieren sich am Mittwoch um 18:30 Uhr im Volksbank-Sportpark an der Osterwicker Straße. Zeitgleich findet das zweite Halbfinale zwischen SV Gescher und SW Holtwick in der Weiling-Arena statt.

Nach 90 Minuten gleichauf: SG Coesfeld 06 und SW Holtwick schenkten sich am dritten COE-Cup-Spieltag nichts und trennten sich mit einem 3:3-Unentschieden.

Am dritten Spieltag wurden am Wochenende die Weichen für die Endrunde gestellt. Im Showdown mit Westfalia Osterwick konnten sich die Gescheraner in der Sparkassen-Gruppe das Halbfinal-Ticket dank eines deutlichen 4:0-Erfolgs sichern. „In Summe hat der Test die Erwartung erfüllt“, resümierte Tim Püttmann. Ganz besonders hatte dem SV-Trainer die 20-minütige Drangphase seines Teams vor der Pause gefallen. Dort nahmen die Glockenstädter dank der Treffer von Nick Richter (25., 41.) und Raphael Busert (27.) früh Kurs in Richtung Halbfinale. „Da sind wir besonders über unsere rechte Angriffsseite oft durchgebrochen“, gefielen Püttmann die offensiven Bemühungen seines Personals.

Auf Osterwicker Seite bedauerte Carsten Schlamann, dass seine Mannschaft ihre frühen Nadelstiche durch Simon Rotthäuser und Marek Gröning nicht nutzen konnte. „Wir waren kompakter als noch gegen DJK. Nach dem 0:1 haben wir aber den Faden verloren, waren teilweise auch wild und haben gegen den Ball zu sehr gegen den Mann und nicht im Raum verteidigt“, fasste der Westfalia-Coach zusammen. Nach Umstellung konnten die Osterwicker die zweiten 45 Minuten dann offener gestalten. Den einzigen Treffer nach Wiederanpfiff erzielte allerdings Busert nach einem Traumfreistoß (65.).

Im Parallelspiel der Gruppe gewann der schon feststehende Gruppensieger DJK Coesfeld auch sein drittes Vorrundenspiel – und zwar mit 3:1 gegen SG Coesfeld 06 II. Dabei war die Zweite dank eines Tores von Tobias Sendfeld (33.) mit einer Führung in die Kabine gegangen. Wir haben keinen Zugriff gekriegt, sehr einfache Fehlpässe gespielt.

Lange stellten Tobias Sendfeld (l.) und SG Coesfeld 06 II Philip Luca Schink und DJK Coesfeld vor Herausforderungen. Letztlich siegte der Favorit aber mit 3:1.

Die Bewegung ohne Ball hat uns gar nicht gefallen“, kritisierte Patrick Koster, der mit seinem DJK-Personal jedoch nicht zu hart ins Gericht gehen wollte. Immerhin zeigten die Blau-Weißen in Hälfte zwei ein anderes Gesicht. Ein Doppelschlag von Marius Borgert (47., 51.) und der Treffer von Philip Luca Schink (58.) brachten die DJK auf die Siegerstraße. „Da war es eher ein Spiel auf ein Tor. Das war keine gute Leistung. aber am Ende zählt das Ergebnis“, richtete Koster den Blick frühzeitig auf die Endrunde.

Dort wartet wie gesagt die SG 06. Die Mannschaft von Frank Averesch und Marcel Deelen knöpfte zum Abschluss der Gruppenphase SW Holtwick bei einem 3:3-Remis einen Punkt ab. Dort bekamen dann die Zuschauer auch ein potenzielles Tor des Monats zu Gesicht. Lucas Jacobs nahm sich von der Mittellinie ein Herz, überlupfte weit vor dem Kasten positionierten SW-Schnapper Luca Voßkühler mit seinem 50-Meter-Distanzkracher (7.).

Noch vor dem Pausentee schlugen die bereits fürs Halbfinale qualifizierten Holtwicker allerdings dreifach zurück – Jannik Scharlau (27. 37.) und Lukas Kröger (33.) brauchten für ihre Treffer nur zehn Minuten. Vor dem Halbzeitpfiff markierte auch Jacobs seinen Doppelpack (41.). Kurz vor Schluss gelang Amin Ramon Chaabo noch der 3:3-Ausgleich (82.). „Auf beiden Seiten fehlten einige Leute. Unter den Umständen haben wir ein gutes Spiel gemacht“, war Averesch nach Abpfiff zufrieden.

Nun hofft er darauf, unter der Woche die Bilanz gegen den Ortsrivalen aufzuhübschen. „Ich hatte gegen DJK gerne erst ein Spiel später gespielt“, schmunzelte der SG-Trainer beim Blick auf den Turnierbaum und kommentierte angriffslustig die vergangenen COE-Cup-Derbys: „Statistiken gibt es ja, um sie zu brechen.“

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Leon Eggemann
Fotos: Steffi Hinkenbrandt