Faustball: SG Coesfeld/Nottuln holt Titel in der Landesliga
Meisterschaft ohne Überschwang
Thomas Langer und seine erfahrenen Faustballer-Kollegen von der SG Coesfeld/Nottuln haben in ihrer Laufbahn schon etliche umkämpfte Erfolge gefeiert. Mittlerweile gehen sie es ruhiger an, bewiesen nun jedoch einmal mehr, dass sie es noch immer auf dem Kasten haben. Mit der tatkräftigen Unterstützung einiger Nachwuchs-Talente holten sie sich die Meisterschaft in der Landesliga. Ein toller Erfolg, aber auch kein großer Meilenstein für das Team, bei dem nunmehr Bewegung und Spaß an der Sache im Vordergrund stehen.

Frank Dröger, Dirk Osthoff, Thomas Langer und Ralf Liebschner (h.v.l.) vollendeten zusammen mit Carsten Schmitt, Philipp Eller sowie Clemens Frie (v.v.l.) ihr Meisterstück. Im Vorfeld hatten sie sich ein enges Titel-Duell geliefert. Letztlich entschied ein Satzgewinn gegen die Dritte des TSV Hagen das Rennen.
„Das ist natürlich schön, war aber auch nicht so herausragend, dass wir uns vor Begeisterung kaum noch halten konnten. Es gab größere Zeiten bei uns Faustballern. Jetzt sind es tolle Spiele auf Breitensport-Niveau, die immer noch Spaß machen“, sagt Langer, der einst in der 1. Bundesliga spielte und für den TuS Oggersheim in Ludwigshafen aufschlug.
Eine ihrer größten Errungenschaften gelang der Spielgemeinschaft 2015, als sie einen unvergessenen Coup landete und in die 2. Bundesliga aufstieg. Dort hielt sie sich bis 2022 und tütete nun die Meisterschaft in der vierthöchsten Spielklasse ein. „Die Bundesliga-Zeit war intensiv. Wir sind teilweise bis nach Hamburg und Wolfsburg gefahren und nun nicht mehr bereit, so weite Fahrten anzugehen. Jetzt versuchen wir, eine gute Mischung mit jungen Spielern zu haben und gehen auch nicht in die Verbandsliga hoch. Die Jungen spielen sonntags noch Fußball, was bei den Spieltagen zu Problemen führen würde“, erklärt er. So bleibt es in der Landesliga wohl wie gehabt bei überschaubaren vier Spieltagen à vier Partien jeweils an Samstagen.
Packende Partien bot die Mannschaft allerdings auch in dieser Spielklasse und lieferte sich mit der Drittvertretung des TSV Hagen einen Zweikampf um den Titel. Letztlich entschied der direkte Vergleich beider Teams über die Meisterschaft. Die SG Coesfeld/Nottuln hatte Hagen am vorletzten Spieltag einen Satz mehr abgeknüpft und musste es am letzten Spieltag gegen die erste und zweite Mannschaft des Hammer SC nur noch ins Ziel fahren. „Das war wohl das hochklassigste Landesliga-Spiel, das es gab. Beide Mannschaften haben viel aufgeboten. Hagen hatte mit Florian Kutscher einen Spieler dabei, der vor zwei Jahren noch im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft stand“, sagt Langer. Dennoch setzte sich die SG durch und vollendete am vergangenen Samstag eine hervorragende Saison.
Die nächste steht schon zeitnah vor der Tür. Anfang Mai geht es nach draußen aufs Feld. Auch dort geht das Team ohne jeglichen Erwartungsdruck in der Landesliga an den Start, kann aber auf eine Menge Schwung aus der Halle bauen.
Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Luca Adolph

