Volleyball: SG 06 liefert über zwei Stunden tolle Willensleistung beim 3:2 gegen SC Halle
Vier Matchbälle abgewehrt – gewonnen!

Die Pulsuhr am Handgelenk der Trainerin arbeitete im Hochleistungsbereich. „Heute war ich zwischenzeitlich tatsächlich aufgeregt“, gab Pia Walkenhorst zu. Alles andere wäre aber auch nicht normal gewesen angesichts dieses Thrillers am Sonntagabend: Vier Matchbälle abgewehrt, in den fünften Satz gerettet, letztlich 3:2 gewonnen und zwei wertvolle Punkte für den Klassenerhalt eingetütet – dieses Duell ihrer Volleyballer der SG Coesfeld 06 gegen den SC Halle bot Hochspannung bis zum letzten Ballwechsel.

Die Konkurrenz war groß. Karneval in Gescher, dazu das EM-Finale der deutschen Handballer im TV, das sorgte für mehr Platz auf der Tribüne als gewöhnlich. Alle, die sich trotzdem eingefunden hatten, kamen voll auf ihre Kosten. „Die kommen alle wieder“, zeigte sich Pia Walkenhorst überzeugt. Denn sie bekamen alles zu sehen, was tollen Sport ausmacht.

Gemeinsam sind sie stark: Fabian Röttgering (links) und Timo Plate stemmen sich gegen den Angriffsschlag von Gästespieler Henning Herrndörfer.

Dabei musste die Trainerin schon im Vorfeld ein paar knifflige Aufgaben lösen. Kamil Popinski und Philipp Nolte fielen kurzfristig aus, „deshalb haben wir Lukas Messing reaktiviert“, zeigte sie sich dankbar für den Einsatz des Routiniers. „Auch wenn wir in dieser Konstellation noch nie trainiert haben.“ Und dann stand auf der anderen Seite der Tabellendritte, der sich berechtigte Hoffnungen auf das Ticket für die Regionalliga macht.

Folglich setzte sich das Team aus Halle im ersten Durchgang auf 9:15 ab. Zwar gelang beim 19:19 noch einmal der Ausgleich, die nächsten sechs Punkte machten aber allesamt die Gäste zum 19:25. „Dann haben wir aber besser reingefunden“, dachte Pia Walkenhorst an Satz zwei, in dem nach dem 10:13 zwei Asse von Philipp Heuermann die Wende einläuteten – Heuermann selbst nutzte kurz darauf den ersten Satzball zum 25:22. Allerdings ging Durchgang drei über 8:16 deutlich mit 17:25 verloren. „Fabian Röttgering war angeschlagen“, erklärte die Trainerin. „Dadurch mussten wir wieder umstellen.“

Eng verlief Satz vier bis in die Crunchtime, in der Halle beim 23:24 den ersten Matchball auf der Hand hatte. Den wehrte die SG ab, ebenso wie drei weitere Matchbälle des SC, ehe der eigene dritte Satzball das 31:29 und den 2:2-Ausgleich bescherte. „Das war eine Willensleistung“, freute sich Pia Walkenhorst auch darüber, dass es ihrem Personal anders als sonst gelang, auch nach schlechteren Bällen einen Haken zu setzen und die Köpfe oben zu behalten. „Ich bin stolz auf jeden einzelnen der Jungs!“

Dieser Stolz wurde noch ausgeprägter im fünften Satz. Bis zum 12:11 gelang es keinem Team, sich mit mehr als einem Punkt abzusetzen – dann war es die SG 06, die sich beim 14:12 ihren ersten Matchball erarbeitete. Versuch Nummer zwei von Philipp Heuermann flog vom Gäste-Block ins Aus: Das waren das 15:13 und der 3:2-Sieg. „Überragend“, strahlte eine begeisterte Trainerin. Und so langsam pendelte sich auch die Pulsuhr wieder auf normale Werte ein.

SG Coesfeld 06 – SC Halle 3:2 (19:25, 25:22, 17:25, 31:29, 15:13).

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld