Volleyball: SG 06 vergibt Matchbälle und unterliegt in Bielefeld mit 2:3
Drei Punkte liegen bereit – nur einer kommt ins Gepäck

Die Punkte lagen schon vor der Sporttasche. Drei an der Zahl, griffbereit, doch am Ende war es nur einer, der tatsächlich im Gepäck mit auf die Heimreise ging. Drei Matchbälle versemmelt, den sicher scheinenden Sieg noch aus der Hand gegeben – Dinge, die Pia Walkenhorst gestern Abend wütend machten. „Weil es so unnötig war“, zeigte sie sich nach der 2:3-Niederlage ihrer SG-Volleyballer bei Telekom Post SV Bielefeld bedient. „Heute haben wir uns ganz stark selbst geschlagen.“

Ärgerlich: Timo Plate (rechts) und die SG-Volleyballer hatten gestern schon die Hand an drei Punkten, mussten sich aber doch mit 2:3 geschlagen geben.

Alles sah danach aus, als würden die Coesfelder mit einem 3:1-Auswärtssieg drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt einstreichen. „Und das wäre auch verdient gewesen“, fand die Trainerin. Denn ihr Team hatte den ersten Satz dominiert, erspielte sich über den 19:16-Zwischenstand sechs Satzbälle, von denen der zweite zum 25:19 saß. Zwar ging der zweite Durchgang mit 25:22 an den Tabellenvierten aus Bielefeld, doch im dritten Satz kam die SG 06 wieder voll auf Kurs, setzte sich über 14:10 auf 23:17 ab und ging nach dem 25:20 mit 2:1 in Führung.

In Satz Nummer vier nahm das Drama seinen Lauf. Vom 12:8 ließen die Coesfelder den Gegner wieder auf 13:13 herankommen, doch nach dem 22:22 gehörten die nächsten beiden Punkte der SG – Matchbälle! Die haben wir nicht genutzt, aber nicht unbedingt, weil der Gegner so überragend gespielt hätte“ stellte Pia Walkenhorst fest. „Wir haben sie mit unseren Fehlern wieder aufgebaut.“ Die Chance ließen sich die Gastgeber nicht entgehen, die mit 27:25 die Niederlage abwendeten und den Satzausgleich schafften. Das sorgte für den Rückenwind, den die Bielefelder im entscheidenden fünften Satz nutzten. „Eigentlich waren wir gut drin“, erklärte die Trainerin angesichts der 7:6-Führung. „Aber dann lassen wir uns von einem Fehler wieder aus dem Konzept bringen.“ Der TPSV sorgte mit vier Punkten in Folge für das 10:7 und nutzte den ersten Matchball zum 15:10 und 3:2.

Sehr ärgerlich, weil für die Coesfelder so viel mehr drin war. Ich verstehe nicht, warum plötzlich wieder der Kopf einsetzt“, spielte Pia Walkenhorst auf die innere Bremse ihres Personals an. „Dann fehlt das Vertrauen in die eigene Stärke.“ Dass selbst dieser eine Punkt, den die SG 06 mitnahm, im Kampf um den Klassenerhalt noch sehr wertvoll sein kann, davon zeigte sie sich überzeugt – „aber jetzt überwiegt erst einmal ein richtig schlechtes Gefühl.“

Telekom Post SV Bielefeld II – SG Coesfeld 06 3:2 (19:25, 25:22, 20:15, 27:25, 15:10)

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld