25.09.2026

Einmal gegen Deutschland: Routiniers erfüllen sich einen Fußballtraum

Nationalhymne, Einlaufkinder und ein deutsches Nationalteam als Gegner: Für vier Routiniers aus Coesfeld und Hohenholte wurde ein Ausflug nach Velen zu einem besonderen Erlebnis. Dabei wurden auch alte Bekanntschaften aufgefrischt.

Heinz Meßing und seiner Kreisauswahl ist in Velen ein echter Achtungserfolg gelungen. Bei der Generalprobe für die WM in Brisbane trotzte das Team der deutschen Ü-75-Nationalmannschaft ein torloses Unentschieden ab. Ob sich der Coesfelder damit für einen Anruf des Bundestrainers empfohlen hat? „Nee, nee, ich weiß gar nicht, ob ich bis dahin wieder fit bin. Jetzt gerade kann ich kaum laufen“, sagt Meßing.

Bot der Nationalmannschaft die Stirn: Coesfelder Heinz Meßing; Foto: Frank Wittenberg

Denn ausgerechnet beim wöchentlichen Spaßkick mit der SG Coesfeld 06 hatte sich der linke Flügelspieler vor seinem großen Auftritt eine Wadenverhärtung zugezogen. Von einem Einsatz gegen die deutsche Auswahl hielt ihn aber selbst die hartnäckige Blessur nicht ab. „Trotz meines Alters komme ich immer noch über die Geschwindigkeit. Zweimal bin ich vorbeigezogen, wurde dann aber wieder eingeholt. Ich war leider nicht ganz fit“, erzählt der 75-Jährige.

Der Ausflug nach Velen bescherte Meßing zudem ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. In Bernd Gräwe traf er auf einen früheren Kontrahenten aus Regionalliga-Zeiten. Gräwe schnürte damals für die SG Wattenscheid in der zweithöchsten Spielklasse die Schuhe, Meßing lief für die SpVgg Erkenschwick auf. Besonders ein Duell ist beiden bis heute im Gedächtnis geblieben.

„Wir haben uns an ein Spiel im Schnee erinnert. Er meinte, wir hätten 5:1 gewonnen, ich dachte, es wäre 6:2 ausgegangen. Das Rückspiel haben wir dann klar verloren. Mit Hannes Bongartz hatte Wattenscheid einen Nationalspieler in seinen Reihen“, sagt Meßing, der im Laufe seiner Karriere unter anderem auch für den 1. FC Bocholt, den ASC Schöppingen und die SG Coesfeld 06 auflief. Heute ist er für die SG noch bei den Walking Footballern aktiv.

Mit der Kreisauswahl, die sich aus Kickern aus dem Ruhrgebiet, Sauer- und Münsterland zusammensetzte, durfte sich Meßing nun mit den WM-Fahrern messen. Und auch der Rahmen konnte sich sehen lassen. Nationalhymne, Steigerlied und Einlaufkinder sorgten im Velener Waldstadion für echtes Länderspiel-Flair. In diesen Genuss kam auch ein Trio von GS Hohenholte, das gegen die deutsche Ü70-Auswahl antrat.

Für Gerd Reinke, Werner Schudy und Gabriel Castro-Balbi ging die Sache sportlich allerdings weniger glimpflich aus. Nach drei Durchgängen stand eine 0:11-Niederlage gegen das Nationalteam zu Buche. „Leider haben im Vorfeld ein paar abgesagt, weshalb ich fast durchspielen musste. Mein Oberschenkel hat ziemlich gezwickt. Das war mir aber egal, ich wollte dabei sein“, sagt Reinke.

Sogar die Chance auf den Ehrentreffer hatte der Hohenholter auf dem Fuß. Aus gut zwölf Metern schoss er dem Nationalkeeper die Kugel jedoch genau in die Arme. „Ich wurde vorher gefoult, habe mich aber nicht fallen lassen. Das wäre wohl ein Elfmeter gewesen“, erzählt Reinke.

Möglicherweise bekommt er aber noch einmal die Gelegenheit, gegen die Nationalmannschaft zu treffen. Den Auswahlteams hat der Aufenthalt in Velen so gut gefallen, dass sie nach der WM im Oktober auch im kommenden Jahr wiederkommen wollen. „Die Organisation war vom Feinsten. Mit Grillabend, Geschenktaschen und allem Drum und Dran. Dafür gibt es fünf Sterne“, schwärmt Reinke von seinem besonderen Erlebnis.

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Luca Adolph