04.11.2026
„Lucky“ im Unglück: SG-Kapitän Lucas Jacobs arbeitet am Comeback
Seinem Spitznamen hatte er stets alle Ehre gemacht. „Bis auf ein paar Muskelbeschwerden bin ich immer von größeren Verletzungen verschont geblieben“, erklärt Lucas Jacobs. Nun hat das Unglück allerdings auch „Lucky“ erwischt. Der Kapitän der SG Coesfeld 06 hat bisher keine einzige Minute in der Spielzeit 2026/27 auf dem Platz gestanden.
Er befindet sich nach wie vor in der Warteschleife – und wird sich noch weiter in Geduld üben müssen. Eine Sprunggelenkverletzung setzt den 32-Jährigen bereits seit Monaten außer Gefecht. „Es wurden freie Gelenkkörper und ein Knorpelschaden festgestellt“, offenbart Jacobs die genaue Diagnose.

Eine Verletzung am Sprunggelenk hat bisher einen Einsatz in dieser Spielzeit verhindert, bis Jahresende muss die SG Coesfeld 06 noch auf Lucas Jacobs (rechts vorne) verzichten. Sein Comeback will der Kapitän im nächsten Jahr feiern. Foto: Luca Adolph
Den Moment, in dem von jetzt auf gleich nicht mehr an Fußball zu denken war, hat er noch genau vor Augen. „Wir hatten einen Teamtag und bei einer Laufübung hatte ich dann ganz plötzlich unfassbare Schmerzen im Fuß“, erzählt er. „Das war schon sehr bitter, weil ich vorher die ganze Vorbereitung mit der Mannschaft durchgezogen habe.“ Umgeknickt war er zwar nicht, dennoch dämmerte Jacobs schon frühzeitig, dass es ihn womöglich schwerer erwischt habe.
Das Problem: Die Suche nach dem Ursprung dieser Schmerzen glich einem großen Rätselraten. Ein CT konnte das Geheimnis zunächst nicht lüften. Es vergingen mehrere Wochen, bis ein MRT-Termin Licht ins Dunkle brachte. Kurze Zeit später mussten bei einer Operation in Münster die Übeltäter aus dem Sprunggelenk entfernt werden. Außerdem haben die Ärzte Korrekturen am Knorpel vorgenommen und Gewebe entfernt, ergänzt der 32-Jährige. „Das war vor eineinhalb Monaten.“
Für ihn der Startschuss Richtung Comeback: Nach zwei Wochen auf Krücken hat Jacobs inzwischen auch die Physiotherapie abgeschlossen. „Es ist Besserung in Sicht. Ich habe keine Schmerzen mehr“, zieht er ein positives Zwischenfazit. „Jetzt hoffe ich, dass ich bald auch den Sport beschwerdefrei aufnehmen kann.“ Bis er auf dem Spielfeld mitmischen kann, wird jedoch noch etwas Zeit ins Land ziehen. Das Fußballjahr 2026 ist für Jacobs gelaufen.
Er selbst werde die kalte Jahreszeit zwar für Einheiten auf dem Rad und Laufband nutzen, den Einstieg in den Spielbetrieb peilt er allerdings erst am 21. Februar 2027 an. Dann bestreitet die SG 06 das erste Pflichtspiel nach der Winterpause bei der SG Appelhülsen/Schapdetten. „Vorher möchte ich die Vorbereitung mit der Mannschaft durchziehen und dann wieder angreifen“, kündigt Jacobs an.
Bis dato unterstützt er seine Teamkollegen weiterhin vom Seitenrand aus. Das, was der Capitano von seiner nach einem großen Umbruch neuformierten Truppe bisher zu Gesicht bekam, hat auch dessen kühnste Erwartungen übertroffen. „Ich habe in letzter Zeit schon öfters gesagt: So gut, wie es die Jungs machen, kann ich die Schuhe an den Nagel hängen“, schmunzelt Jacobs. Immerhin haben die Coesfelder ihre ersten zehn Ligaspiele allesamt für sich entschieden, auch nach dem jüngsten Punktverlust beim 1:1-Remis in Seppenrade grüßt die SG 06 weiterhin von der Spitze der Kreisliga A.
Ein Traumstart, der mehrere Väter des Erfolges habe, betont Jacobs. „Klar machen es unsere Youngsters aus der A-Jugend überragend. Sie bringen Frische auf den Platz und in die Kabine“, verweist er unter anderem auf Eneko Homölle, Julius Störzer oder auch Paul und Justus Eggemann. „Man darf aber auch unsere Alteingesessenen nicht vergessen. Es ist ein richtig guter Mix aus Jung und Alt – ein Riesenkompliment an die Truppe!“
Im gleichen Atemzug pocht der erfahrene Offensivakteur darauf, sich nicht auf diesen Höhenflug auszuruhen. „Der Start war super, ja, aber die Saison ist noch lang“, warnt Jacobs. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie diese Momentaufnahme nicht genießen. „Bestenfalls können wir den Schwung mit ins nächste Jahr nehmen“, grinst „Lucky“. Mit etwas Glück ist dann auch der Kapitän wieder an Bord.
Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Leon Eggemann
Foto: Luca Adolph

