28.10.2026

Volleyball: SG Coesfeld siegt nach über elf Monaten wieder in der Fremde
Schluss mit dem Auswärtsspuk

Der Fluch ist besiegt. Nach 336 Tagen hat die SG Coesfeld endlich wieder einen Sieg in der Fremde gefeiert. Und was für einen! Im gut 160 Kilometer entfernten Augustdorf ließen die 06er beim souveränen 3:0 (25:20, 25:14, 25:22) kaum Zweifel aufkommen und traten mit den Saisonpunkten vier, fünf und sechs im Gepäck die Heimreise aus Ostwestfalen an. Kurios: Auf dem Feld schlossen die beiden Oberligisten einen ungewöhnlichen Pakt.

Kamil Popinski (l.) setzte sich nicht nur gegen den Block durch, sondern holte im dritten Durchgang gegen den FC Augustdorf auch selbst einen wichtigen Blockpunkt. Foto: Leon Eggemann

„Ich bin weitestgehend zufrieden. Wir haben deutlich mehr zu unserem Spiel gefunden als beim Sieg gegen Essen. Darauf können wir aufbauen“, sagte Trainerin Pia Walkenhorst. Einziger Wermutstropfen war der Start in den dritten Satz. Angepeitscht vom lautstarken Augustdorfer Publikum zogen die Gastgeber plötzlich an und lagen mit 6:2 in Front. Walkenhorst formte die Hände zum T und holte ihre Truppe in der Auszeit zusammen.

„Mit Blick auf unsere Auswärtsbilanz hätte es in dem Moment kippen können. Auf einmal wurde es laut in der Halle und Augustdorf hat angefangen, Volleyball zu spielen. Es war wichtig, dass wir unseren Fokus wiedergefunden haben“, erklärte sie. Die Ansprache zeigte Wirkung und die SG holte sich das Aufschlagsrecht zurück. Philipp Nolte stellte den Satz auf den Kopf und servierte bis zum Stand von 9:6. Zudem fanden er und Kamil Popinski nun auch im Block deutlich besseren Zugriff und brachten den Satz trotz eines weiteren kleinen Wacklers am Ende mit 25:22 ins Ziel.

Zuvor hatten es die Gäste deutlicher gestaltet und gewannen die beiden ersten Durchgänge im Schnelldurchgang. So hatte Walkenhorst Gelegenheit zum Durchwechseln. Zuspieler Lion-Noel Reiswich feierte beim Doppelwechsel im ersten Satz sein Debüt. „Er hat es ordentlich gemacht. Die Entwicklung nach seinen Knieproblemen ist wirklich gut“, sagte die Trainerin.

Weniger glücklich war sie hingegen über die gezeigte Schiedsrichterleistung. Die Referees leisteten sich wohl gleich mehrere Fehlentscheidungen. „Ich würde sagen, dass ich eine emotionale Spielerin war, nun aber eine diplomatische Trainerin bin. Wenn man sich als gewinnende Mannschaft so aufregt, spricht das nicht fürs Schiedsgericht. Wir haben uns mit dem Gegner auf einen Fair-Play-Pakt geeinigt und die Fehler gegenseitig zugegeben“, erklärte sie.

Nach dem Ende ihrer Auswärtsmisere sind die Coesfelder nun dreimal in Folge in heimischer Halle gefragt. Den Anfang machen sie am Halloween-Samstag (20 Uhr) gegen den TSC Eintracht Dortmund, der am vergangenen Wochenende sein erstes Spiel gewann. Beim Gruselabend bieten die Volleyballer Cocktails an.

SG Coesfeld 06: Stemmann, Heuermann, Plate, Nolte, Popinski, Hellenkamp, Reiswich, Meyer, Gröning (L), Menzel (L)

Quelle: Allgemeine Zeitung Coesfeld, Luca Adolph
Foto: Leon Eggemann